Friedrich Fröhlich, geboren 1985 in Potsdam, lebt und arbeitet seit 2007 in Berlin. Seit 2003 entstehen zuerst in der Dunkelkammer des Internats Hermannswerder und später in seiner Berliner Wohnung zahlreiche Schwarzweiß-Fotografien. Seit 2009 Experimente außerhalb der Fotografie.
2003 bis 2006 Fotografie-Reisen nach England, Italien, Griechenland, Spanien und Tansania. 2003 Mitglied im Fotokurs des Internats Hermannswerder, Potsdam. Bis 2006 Layouter der Schülerzeitung "der tornowgraph". 2006 Entwicklung der Fotografie-Serien "Kaffee" und "Schokolade". 2007 Experimente mit Körper und Farbe. Ende des Jahres Umzug nach Berlin Kreuzberg. Start der Serie "Gestern in einer Großstadt". Fotografie-Reise nach Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe.
Kurz vor Anfang 2010, nach nochmaligem Lesen dieses biografischen Textes, bewusst geworden, dass Jener – wie soll ich sagen: übermäßig (ja das folgende Wort dürfte es treffen)
selbstfeiernd klingt – und der Leser, statt eines eigentlich nicht-wohin-wissenden Friedrichs, ein aufsteigendes Etwas mit außergewöhnlichen Kenntnissen erwarten könnte.
Diese Erkenntnis kam um 20:38.
Hineingelegt II
Schwarzweißfotografie, 2007-2008
Die Serie "Hineingelegt" entstand Ende 2007 bei einer Reise durch das südliche Afrika und wurde Anfang des Folgejahres in den Berliner Straßen fortgeführt. Entwickelt bis Ende 2008.
Die Massen an Reisenden, die für wenige Tage aus ihrem Alltag fliehen, um später über ihre Erlebnisse berichten zu können, halten sich an den Auslösern ihrer Kameras fest, während sie sich in den zusammengewürfelten Gruppen im maschinellen Takt durch Wüste, Stadt und Dorf drängeln und dabei die hier Lebenden als reine fotografische Objekte für den Egoismus betrachten.
Die Höflichkeit, die wenige Minuten nach ihrer Veröffentlichung im Gedächtnis des Sprechers sowie Empfängers verschwunden ist und die dennoch für so viele Menschen ein unbrechbares Gesetz darstellt, ist zwanghaft. Die dabei verwendeten Worte, die eigentlich alles bedeuten sollten, aus dem Munde des Sprechenden jedoch nichts auszusagen gewillt sind und doch von dem Empfänger angenommen werden, falsch.
Aus diesen Gruppen und den alltäglichen Höflichkeiten zu fliehen, stellt für einen Nichtwillenden eine fast unüberwindbare Aufgabe dar. Gezeigt in einem eigentlich menschengefüllten Raum, steif liegend, den Blick starr in den Himmel oder gegen den kalten Stein gerichtet, wird die Nichtdurchführbarkeit sichtbar. Der Aussteiger fällt aus dem Rahmen, obwohl er doch nur dem Zwang entkommen wollte. Gefangen in den Höflichkeitsfloskeln und gefangen im Folgen der Masse geht es weiter durch den Tag.
Jungen fotografieren Jungen
Kamera in fremden Händen